Nachdem sich mein Leben jahrelang immer mehr vereinsamt hat und die Depressionen, Zwangsstörungen und die Angstzustände immer schlimmer wurden und ich trotz Therapie und Medikamenten keinen Weg fand mein Leben zu verbessern, fand ich nach einigen Recherchen psychosoziale Tagesstrukturen (kurz TS). Diese Tagesstrukturen sollen Menschen helfen, wieder eine Struktur im Alltag zu bekommen, soziale Kontakte aufzubauen und so zurück ins Leben zu finden. Wenn man psychische Probleme hat, kann es in vielen Fällen passieren, dass man das eigene Heim nicht mehr verlassen kann. Es ist keine Sache des Wollens, sondern des Könnens. Ist man erstmal in dieser Situation wird es immer schwerer aus dem Teufelskreis auszubrechen. In diesem Fall kann eine Tagesstruktur sehr sinnvoll sein und ich besuche meine mehrmals wöchentlich.
In der Tagesstruktur wird gemeinsam gearbeitet, gekocht, geputzt und es werden auch gemeinsame Ausflüge unternommen. Wer will, kann auch günstig fünf Tage gemeinsam in den Urlaub fahren.
Habe ich durch meine wöchentlichen Besuche in der Tagesstruktur eine Verbesserung in meinen Alltag gebracht? Ja, das hat es. Ich kann wieder mit dem Bus fahren und fühle mich insgesamt auch lebensfähiger. Was mich extra freut, dass ich wieder mehr soziale Kontakte habe, bei denen man offen in Bezug auf Krankheit und finanzielle Situation sein kann. Nun kommt aber das große Aber, denn nach der Tagesstruktur habe ich persönlich keine wirklich sinnvolle Maßnahme gefunden, die einen beruflichen Einstieg ermöglicht. Allerdings habe ich auch keinen Job gefunden, der über meine Lücke im Lebenslauf sowie die psychischen Probleme hinwegsieht. Aber das ist ein anderes Thema. Hier tritt das Problem der Inklusion psychisch beeinträchtigter Personen zutage.