Heute ist die Angst wieder extrem stark. Neben mir hat mein Hund gebellt und meine Nerven waren so überstrapaziert das ich nur noch zitterte. Es war ein grauenhaftes Gefühl. Einerseits war ich wie erstarrt, in einer Panikstarre, innerlich Angst, äußerlich zittern und gleichzeitig eine Verkrampfung. Duch diesen ganzen Druck mit dem Sozialamt komme ich nicht mehr zur Ruhe. Ich fühle mich, als wäre ich in einem Kreislauf gefangen. Diese ganzen Probleme triggern noch extra meine Zwänge plus grauenhafter Zwangsgedanken. Manchmal komme ich fast nicht aus dem Haus. Der Kontrollzwang lässt es nicht zu. Ich kontrolliere den E Herd, mache Fotos zur Selbstversicherung. Prüfe so oft, ob die Türe wirklich zu ist, bis ich das Gefühl habe, wenn ich noch einmal nachprüfe, geht die Türe kaputt. Das gleiche Theater geht dann bei der Wasserleitung weiter. Tropf der Hahn oder habe ich ihn am Ende noch zum Tropfen gebracht. Sind meine Tiere sicher? Ich schaue besser nochmal nach, antwortet mir mein Inneres und los geht es. Hunde sind sicher, nochmals kontrolliert. Beim Rausgehen beschleicht mich wieder ein unangenehmes Gefühl. Was wenn ich was übersehen habe. Oder vielleicht noch schlimmer, ich habe es mir nur eingebildet? Mittlerweile sind 20 Minuten ins Land gezogen und ich bin ein Wrack.
Was macht man gegen diesen Kontrollzwang? Was gegen diese permanente Angst? Wie kann ich meinen Körper zur Ruhe zwingen? Wenn ich nur eine Antwort wüsste, wie ich meinen Körper und mein Gehirn so beeinflussten könnte, dass ich die Kontrolle über diese Zustände hätte. Das wäre mein größter Traum. Ich weiß rational, dass sich das alles in meinem Kopf abspielt, aber ich schaffe es nicht, Einfluss zu nehmen. Der Zwang fühlt sich an, als würde ich an einer Wunde kratzen. Es ist schlecht für die Wunde, kurz erleichtert es, aber die Folgen sind wieder nachteilig.
Ich bin mit den Nerven so am Ende, dass ich im Krankenhaus nach einem Bett fragen werde. Gestern am Abend, da hatte ich das Gefühl, dass ich es ohne Krankenhaus schaffen kann. Immer, wenn ich eine Entscheidung treffe, entweder für das Krankenhaus oder dagegen, habe ich sofort das Gefühl, dass ich die falsche Wahl getroffen habe. Gerade habe ich mich mit dem Gedanken angefreundet, ins Krankenhaus zu gehen, ein paar Minuten später fühlt sich diese Entscheidung schon wieder falsch an.