Tagesstruktur: Eine sinnvolle Maßnahme für alle?

Nach meinen Jahren in der Tagesstruktur kurz TS frage ich mich ernsthaft, wie viel Geld kostet es Personen mit psychischer Beeinträchtigung in Maßnahmen zu stecken, die sie finanziell und beruflich nicht weiterbringen und extra auch noch keine Absicherung fürs Alter bieten? Ich kenne nur Leute die zwischen Reha, Arbeitstraining und TS hin und her geschoben werden. Die wenigstens Menschen schaffen den Sprung zurück ins Berufsleben.

Da profitieren die Anbieter dieser Maßnahmen. Gut, auch Arbeitsplätze werden geschaffen, irgendjemand muss die Menschen ja auch betreuen und verwalten. Aber sind wir uns ehrlich, der Großteil der Leute findet niemals eine gute finanzielle Basis und wird sich nie unabhängig eine Existenz aufbauen können. Das Problem dabei ist, dass der Arbeitsmarkt nicht wirklich auf diese Leute abgestimmt ist. Besonders schlechte Erfahrungen höre ich oft von Personen, die zuerst Arbeitstraining absolvierten, um dann in einer TS zu landen und dort zu bleiben, bis sie nicht mehr verlängert wurden und sich dann meist bei einer anderen TS auf die Warteliste setzen lassen. Der Kreislauf ist problematisch, da nicht der Arbeitsmarkt zu erreichen ist, der es den Menschen ermöglicht eine Existenz aufzubauen. Der Abstand zum Arbeitsmarkt wird auch von Maßnahme zu Maßnahme immer größer, da die wenigsten Projekte mit der Wirtschaft sinnvoll verknüpft sind. Erschwerend kommt hinzu, dass man, wenn man zum Beispiel in einer TS ist, man immer mehr die Fähigkeiten verliert, die am Arbeitsmarkt wichtig sind. Man könnte nun argumentieren, dass das Arbeitstraining dieses Problem kompensiert. Tut es aber nicht, da es eben nicht auf die jeweiligen Berufe abgestimmt ist. Dazu hätte ich einige Ideen, die in einem anderen Text noch genauer besprochen werden.

Die Frage, die ich mir oft stelle, ist: „Was kostet dieser Spaß die Gesellschaft an Steuergelder? Wie oft wurde der Sinn dieser Maßnahmen evaluiert?“  Meiner Meinung nach muss ein neuer Weg eingeschlagen werden, damit Menschen mit psychischer Beeinträchtigung eigenständig leben können und nicht von den Schikanen der Behörden abhängig sind

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